Festivalprogramm
Freitag, 20. Januar 2017

rausrein_cover18.00 Uhr │ „Raus Rein“.
Texte und Zeichnungen zur Geschichte der ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen. Präsentiert von der Illuklasse der Kunsthochschule.

Die Anthologie „Raus Rein“ beschäftigt sich mit einer Institution der deutschen Kolonialgeschichte: der Kolonialschule Witzenhausen. Gegründet 1898, war sie die einzige ihrer Art in Deutschland. Ziel dieser Einrichtung war es, Studenten auf das Leben in den deutschen Kolonien vorzubereiten.

Die Geschichten, Dokumente und Texte illustrieren nicht nur historische Ereignisse, sondern bieten einen kritischen Blick auf ein unbekanntes Kapitel deutscher Kolonialgeschichte. „Raus Rein“ war 2015/2016 ein Projekt der Klasse Illustration/Comic an der Kunsthochschule Kassel unter der Leitung von Prof. Hendrik Dorgathen.


© anjazwei.de / Carlsen-Verlag

© anjazwei.de / Carlsen-Verlag

20.00 Uhr │ „Das doppelte Lottchen“ & Co.
Isabel Kreitz über ihre Kästner-Adaptionen.

Zahlreiche Comic-Alben und -Hefte hat Isabel Kreitz veröffentlicht, darunter die Romanadaption „Die Entdeckung der Currywurst“ nach Uwe Timm oder – zusammen mit Peer Meter (Szenario) – die Geschichte des Massenmörders „Haarmann“.

Neben ihren eigenen Geschichten wie „Die Sache mit Sorge“, für die sie 2008 den Sondermann-Preis der Frankfurter Buchmesse erhielt, hat sie in den vergangenen Jahren einige der bekanntesten Kinderromane von Erich Kästner als 2xlottchenComic gestaltet: „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“, „Der 35. Mai“ und zuletzt „Das doppelte Lottchen“. Kreitz hat mehrere Comicpreise erhalten, zuletzt den Max-und-Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin auf dem Comicsalon in Erlangen 2012.

Neben Comics hat sie auch sehr erfolgreiche Kinderbücher illustriert, u.a. von Sabine Ludwig („Der 7. Sonntag im August“) oder Barbara Robinson („Achtung, die Herdmanns schon wieder“). Isabel Kreitz (Jg. 1967) studierte Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. www.isakreitz.de


bild-sven

Foto: privat

21.00 Uhr │ „Das Insekt selbst kann nicht gezeichnet werden“.
Sven Puschmann über Kafkas „Die Verwandlung“ als Graphic Novel

Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ ist eine Herausforderung für alle, die diesen Text verbildlichen wollen, nicht nur für Filmemacher, sondern auch für Graphic-Novel-Autoren. Denn Kafka hat offen gelassen, ob sich Gregor Samsa wirklich in ein „ungeheures Ungeziefer“ verwandelt. Es gehört also gerade zu seiner erzählerischen Strategie, das Insekt nicht zu verbildlichen.

In der 9783868732665Graphic-Novel-Adaption der „Verwandlung“ von Eric Corbeyran und Richard Horne wird Gregor Samsa entgehen Kafkas Intention jedoch konsequent als Schabe gestaltet. Dass dennoch die Deutungsebene einer rein innerlichen, psychischen Verwandlung Gregors nicht beeinträchtigt wird, will der Vortrag aufzeigen.

Sven Puschmann promoviert und lehrt seit Abschluss seines Germanistik-Studiums an der Universität Kassel. Schwerpunkte: Intermedialität, Literaturtheorie und Narratologie.

Programm am Samstag

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.