Zwischen Klängen und Klausuren – Interview mit Niclas Kannengiesser, DJ (WS 2013/2014)

Kannengiesser

Niclas Kannengiesser, Foto: Brückmann

Niclas Kannengiesser (1988) studiert an der Universität Kassel Maschinenbau und Informatik. In seiner Freizeit tauscht er den Textmarker mit Kopfhörern und arbeitet als DJ. Ich habe ihn gefragt wie das geht.

Du bist seit einigen Jahren in der Kasseler Techno-Szene aktiv und legst selbst regelmäßig inverschiedenen Clubs auf. Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?
Meine Musik ist generell ziemlich ruhig. Sie ist eine Mischung aus Detroit, Techno und Dub. Das sind verschiedene Stilrichtungen der elektronischen Musik. Am meisten Spaß habe ich an klaren, geradlinigen Stücke, die auf der Tanzfläche eine hypnotische Stimmung erzeugen. In dieselbe Richtung gehen auch meine Produktionen.

 Woraus ziehst du deine Inspiration?
Meine Ideen sammle ich im Alltag. Musik produzieren ist für mich wie Tagebuch schreiben. Mit der Musik kann ich meine Gefühle ausdrücken und Probleme verarbeiten. Es ist trotzdem immer noch ein Hobby und macht in erster Linie einfach Spaß.

Was macht dir mehr Spaß, auflegen oder produzieren?
Auf jeden Fall das Produzieren. Ich finde es unglaublich schön, an einem gemütlichen Abend an meinen Geräten zu sitzen und zu experimentieren.

Berlin gilt als Musikmetropole für Techno. Hat die Kasseler Szene für elektronische Musik deiner Meinung nach Potential,  da mitzuhalten?
Kassel ist keine Metropole für elektronische Musik. Trotzdem habe ich hier einen tollen Austausch mit ein paar guten Künstlern und konnte mich dadurch weiter entwickeln. Ob Kassel überregional interessant ist, ist schwierig zu beantworten. Natürlich war Kassel zu Stammheim-Zeiten (ein ehemaliger Club), eine Größe in der Szene und mit dem A.R.M. hat die Stadt immer noch eine tolle Anlaufstelle für Tanzwütige. Ob Kassel in Zukunft wieder eine solche Größe erreichen wird, muss man abwarten. Ich glaube, die Stadt ist auf einem guten Weg.

Du studierst 2 Bachelor-Studiengänge an der Uni Kassel. Wie vereinbarst du dein Studium mit dem zeitintensiven Hobby?
Die Uni läuft überraschend unkompliziert nebenher. Aber natürlich versuche ich in der Klausurenphase den Fokus auf das Lernen zu legen, was manchmal etwas frustrierend ist, aber trotzdem gut funktioniert.

Was gefällt dir an deiner Arbeit als DJ besonders gut?
Ich finde es schön, wenn ich merke, dass das Publikum meine Lieder genauso interpretiert wie ich und Spaß dabei hat. Beim Auflegen geht es nicht nur um mich. Es ist die Kommunikation zwischen DJ und Publikum, die die Stimmung des Abends bestimmt

Gab es schon peinliche Pannen bei deinen Auftritten?
Nein zum Glück nicht. Bis jetzt hat alles immer gut geklappt. Bei dem ganzen technischen Zubehör, das ich zum Auflegen brauche, kann allerdings schon mal ein Stecker locker sein oder ein Kabel fehlen, Dann muss man improvisieren.

War es schon immer dein Traum, als DJ zu arbeiten?
Nein. Ich wollte Musik produzieren. Das Auflegen ist aber eine tolle Möglichkeit, seine Lieblingsstücke zu zeigen und eine schöne Abwechslung zum Studioalltag.

Gibt es schon Pläne für das Jahr 2014?
Konkrete Pläne für 2014 habe ich musikalisch keine. Ein paar Releases sind geplant – einfach mal abwarten, was so passiert.

Wie siehst du die Zukunft der Technoszene in Deutschland?
Mittlerweile ist es für jeden einfach, elektronische Musik zu produzieren. Die Szene wächst stetig. Das ist auf der einen Seite schön, andererseits muss man immer mehr Platten hören, bis man etwas Schönes gefunden hat. Das kostet einen oftmals viel Zeit.

 https://soundcloud.com/nkannengiesser

 

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