Von Hühnern und Epen

anant kumarAnant Kumar stellt exklusiv im Literatürbüro sein afrikanisch-indisches Epos “Zeru” vor und liest aus “Drei Kilo Hühner – Glossen, Grotesken, Satiren”, am Dienstag, 23. Mai 2006, 20 Uhr, im Literaturbüro Nordhessen, Kassel, Lassallestraße 15.

“Nein, ich habe kein Handy”, sagt die Chefin und mustert mich dabei genauer: Ist er ein Inder? Oder ist er ein Mexikaner? Lange Haare. ….Sieht gar nicht schlecht aus! … Hat Bestimmt eine blonde Schnecke irgendwo? … Spricht gutes Deutsch! … Meiner sprach gar kein Deutsch. …Arm sieht er auch nicht aus. …Sehr selbstbewusst. …Gehört bestimmt zu den reichen Indern, die die Armen ausbeuten. … Sein Vater hat bestimmt einen Palast. …Vielleicht hat er auch Tiger – wie Saddam…” (aus “Drei Kilo Hühner – Glossen, Grotesken, Satiren”, Fünf Finger Ferlag, Leipzig 2005).

Anant Kumar wurde im indischen Bundesstaat Bihar als jüngster Sohn einer Lehrerfamilie geboren. Schon früh zeigt er Interesse am Exotischen und lernt Deutsch in Neu Delhi. 1991 kommt Kumar nach Deutschland, „um Sprache und Literatur aufzusaugen“. Er studiert in Kassel Germanistik, schreibt seine Magisterarbeit über Alfred Döblins Epos „Manas“ und bleibt als Schriftsteller. Er habe die Horizonte der “Ausländerliteratur” erweitert, schrieb bereits 1998 das in Oklahoma erscheinende Magazin “Literature Today” über den Lyrikband “Fremde Frau – Fremder Mann”. Über “Zeru” lobt Jacques Bassock, Germanist und Curriculumentwickler im Bildungsministerium von Yaoundé (Kamerun): “Du hast es geschafft, viele Kulturen in einen einzigen Topf zu bringen.”

 Kumar hat in den vergangenen Jahren in rund 300 Einrichtungen in Deutschland, Asien und USA gelesen und diverse Auszeichnungen erhalten: Poeticus-Kurzgeschichten-Preis, Spittal/A 2003; Förderstipendium, Sylt-Quelle, Rantum 2003; Finalist, Würth-Literatur-Preis 2002 (Tübinger Poetik-Dozentur); Finalist, UNESCO-May-Ayim-Award (Lyrik), Berlin 2004

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