JULIA WEBER: „DIE VERMENGUNG“
Reihe: Leseland Hessen

Foto: Ayse Yavas

Mittwoch, 12. Oktober 2022, 19.30 Uhr.

Caricatura Bar, Rainer-Dierichs-Platz 1, 34117 Kassel (Kulturbahnhof).
Veranstalter: Literaturhaus Nordhessen in Kooperation mit dem Kulturzentrum Schlachthof.

Eintritt: 10 Euro / 8 Euro. 

Achtung: Diese Veranstaltung wurde vom Kulturzentrum Schlachthof in die Caricatura Bar verlegt. Die Ortsangabe auf unserem Flyer ist damit ungültig.

Julia Weber arbeitet an ihrem zweiten Roman, als sie schwanger wird. Ein zweites Kind? Wie wird ihr Leben sein? Woher Kraft und Zeit nehmen für zwei Kinder und das Schreiben?
In der Angst, dass das Leben und seine Forderungen ihre Kunst auffressen könnten, beginnt Julia Weber schreibend ein Gespräch mit ihren Romanfiguren. Der Alltag drängt sich in ihre Kunst und die Kunst drängt sich in den Alltag, dazu die Frage, wie es gelingen könnte, das Leben zu viert mitsamt ihrer Kunst. Sie protokolliert Gespräche mit H., ihrem Mann, sammelt Briefe an ihre Freundin A., Nachrichten ihrer Mutter, Erinnerungen an das eigene Kindsein, das Hineinwachsen in einen Frauenkörper, in einen erwachsenen Alltag der Notwendigkeiten, das Dagegenhalten gegen die Notwendigkeiten mit Hilfe der Kunst, das Dagegenhalten gegen die grosse Traurigkeit, gegen die Angst, und immer wieder die Anläufe in den Roman, die Verwandlung des Lebens in Literatur, Bewusstheit, Glück.
«Die Vermengung» ist eine eindrückliche Beschreibung des weiblichen Körpers und seiner Transformationen und die Erkundung einer weiblichen Biografie von heute zwischen Berufstätigkeit und Familie, zwischen Leben und Kunst, Freundschaft und Gesellschaft. Sie entwirft zugleich eine Poetik weit abseits einer hartnäckig überlieferten Genietradition, eine radikale und doch weiche, auf das Leben gerichtete Auffassung von Kunst. Ein hochpoetischer Text von grosser Kraft und Aktualität!

JULIA WEBER wurde 1983 in Moshi (Tansania) geboren. 1985 kehrte sie mit ihrer Familie nach Zürich zurück. von 2009 bis 2012 studierte sie literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2017 erschien ihr erster Roman «Immer ist alles schön», der vielfach nominiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde und es auf die Shortlist des Schweizer Buchpreises schaffte. Weber stellte ihr Debüt im selben Jahr im Literaturhaus Nordhessen vor. 2019 gründete sie mit sechs weiteren Schriftstellerinnen das feministische Autorinnenkollektiv «RAUF», welches Aktionen und Veranstaltungen organisiert, um die Sichtbarkeit und Position der Frau innerhalb des Literaturbetriebs zu stärken. Julia Weber lebt mit ihrem Mann und ihrem Kind in Zürich.

Freundlich gefördert von:

 

 

 

 

 

 

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