Laufzettel – Tagebuch einer Ausreise
Dietmar Riemann liest

Riemann_klDonnerstag, 27. August 2015, 20 Uhr,
Literaturbüro im Kunsttempel, Friedrich-Ebert-Straße 177, 34119 Kassel
In Kooperation mit dem Kasseler Fotoforum
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro (Mitglieder und ermäßigt)

Reihe: “Fremde Blicke braucht das Land”

Als Auftakt zur Ausstellung „Angebot und Nachfrage – Schaufensterbilder“ liest der Fotograf Dietmar Riemann im Literaturbüro aus seinem 2005 unter dem Titel „Laufzettel“ veröffentlichten Tagebuch. Zeigt die Ausstellung in der Station des Kasseler Fotoforums anhand lakonisch anmutender Bildmotive, warum die DDR keine Chance auf Fortbestand hatte, erzählt Riemann in seinem Buch die Geschichte seiner Familie zwischen Ausreiseantrag und tatsächlicher Ausreise aus der DDR.
Sein Buch ist ein Zeitdokument von hoher Authentizität und Detailliertheit zur jüngsten deutsch-deutschen Geschichte. Riemann und seine Familie hatten in der DDR ihr Auskommen. Er weigerte sich, als Stasi-Informant tätig zu werden. So konnte es für die Familie kein Bleiben im Land geben. Dem Ausreiseantrag folgte eine jahrelange Wartezeit, die Riemann in seinem Tagebuch authentisch und eindrücklich dokumentiert. Er beschreibt den Alltag zwischen den realen Kontrollen des MfS und die stets gegenwärtigen Angst vor den Konflikten mit den staatlichen Organen, aber auch die Ungewissheit über die eigene Zukunft.

RIEMANN -fotoDIETMAR RIEMANN wurde 1950 in Hainichen/Sachsen geboren und lebt heute in Mosbach (Baden-Württemberg). Riemann absolvierte eine Fotografenlehre und studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Er war und ist vor allem als Portrait- und Architekturfotograf tätig, beschäftigte sich aber auch mit sozialen Themen und fotografierte für seine Diplomarbeit in einer Behinderteneinrichtung in Fürstenwalde. Die Veröffentlichung als Fotobuch erfolgte 1986.

Die Ausstellung wird in der Station des Kasseler Fotoforums, Werner-Hilpert-Straße 15, am Freitag, 28. August, um 19 Uhr eröffnet und ist bis 26. September donnerstags bis samstags von 16 bis 19 Uhr zu sehen.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst